Acht Stimmen füllten den Saal

Graz. – Diesmal war es A-cappella-Musik für kleines Ensemble, an der sich bei einem Konzert der “anderen saite” im Minoritensaal nicht nur das vorzügliche, von Gerd Kenda geleitete “Orfeo”-Ensemble bewähren mußte, sondern auch jene, die die Vorgaben erbracht hatten. Und da gab es, naturgemäß, doch deutliche Unterschiede im Hinblick auf Rezeption und Qualität.

Insgesamt erschien der erste Teil des nicht weniger als fünf Uraufführungen bietenden Programms besonders kompakt und, gemessen am Einfallsreichtum und der klanglichen Ausformung, auch besonders originell. Diesen Eindruck gewann man bei den drei im Hinblick auf Stimmumfang und Sinnausdeutung der textlichen Vorgaben kühn ausgeformten Sätzen des Persers Kiawash Saheb Nassegh, dem ein strengeren Gesetzen der Polyphonie folgendes, indes aber nicht weniger interessant klingendes Stück von Ernst Christian Rinner folgte.

Klaus Lang steuerte mit seiner “Marienau” als einziger keine Uraufführung bei. Wobei die acht vorzüglichen Solisten den großen Raum mit meditativ-schwebenden Summklängen erfüllten und die etwas lange Zeit (fast) vergessen ließen.

Walther Neumann

Kultur 1997-12-20


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